Klare Ausrichtung

Endress+Hauser verfolgt langfristige Ziele in der Unternehmensentwicklung. Und lässt sich von starken Werten leiten. Das zahlt sich aus – für die Menschen, die Umwelt und das Unternehmen.

Text: Martin Raab
Fotografie und Illustration: Endress+Hauser, Christoph Fein, Thomas Frank, Shutterstock, 3st

Vertrauens­votum

Welche Unternehmen genießen das höchste Vertrauen? Das deutsche Wirtschaftsmagazin „Focus-Money“ hat dafür in einer Studie 21.000 Firmen und Marken aus über 200 Branchen untersucht. In der Messtechnik führt Endress+Hauser die Rangliste an. Eine Momentaufnahme. Aber woher rührt das Vertrauen von Kundinnen und Kunden – gerade heute, nach zwei Jahren Pandemie?

Endress+Hauser war in der Pandemie stets lieferfähig. Die Liefer- und Logistikketten waren angespannt, aber haben gehalten. Mit viel Einsatz ist es gelungen, die Materialverfügbarkeit in der Produktion aufrechtzuerhalten. Langfristige Lieferantenbeziehungen haben dabei geholfen. In der Lieferlogistik haben es die Spezialisten geschafft, trotz Ausfall vieler Verbindungen die nötigen Transport­kapazitäten zu sichern. „Wir haben um jede Sendung gekämpft“, berichtet Oliver Blum, Corporate Director Supply Chain. Mehr als neun von zehn Lieferungen haben die Kunden pünktlich erreicht – selbst in normalen Zeiten eine gute Quote.

 

91.2%

aller Lieferungen hat Endress+Hauser 2021 den Kunden in Europa termingerecht zugestellt.

112000

Kunden haben Ende 2021 mit persönlichen Accounts die Funktionen auf endress.com genutzt.

Endress+Hauser war in der Pandemie stets verfügbar. Dabei half die Digitalisierung. Vertriebsleute konnten Kunden von zu Hause aus beraten, Servicetechniker aus der Ferne unterstützen. Längst bietet endress.com neben Informationen auch viele Services. Kunden schätzen die enge Verzahnung von physischer und virtueller Welt. Global betrachtet ist der Anteil des digitalen Geschäfts noch gering. Aber die Bedeutung der Online-Kanäle wächst, betont Nikolaus Krüger, Chief Sales Officer: „In Brasilien machen wir bereits ein Fünftel unseres Geschäfts online. Sechs von sieben Kunden sind dort digital aktiv.“

Endress+Hauser war in der Pandemie stets verlässlich. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gleich zu Beginn der Corona-­Krise verkündete die Firmengruppe, alles zu tun, um die Beschäftigten zu halten und Kurzarbeit zu vermeiden. Als das Geschäft wieder anzog, waren die Mitarbeitenden in Vertrieb und Produktion zur Stelle und bewiesen vollen Einsatz. „Das Vertrauen in die Marke Endress+Hauser beruht auf den Menschen im Unternehmen“, bekräftigt CEO Matthias Altendorf. „Sie leben unsere Werte und ­erfüllen das Markenversprechen.“

 

 

2.6

Millionen Sensoren hat Endress+Hauser im vergangenen Jahr gefertigt und geliefert.

Nächste Generation

Jetzt übernimmt die nächste Generation der Gesellschafterfamilie: Sandra Genge, eine Enkelin von Firmengründer Georg H. Endress, ist neues Mitglied des Endress+Hauser Verwaltungsrates. Sie folgt dort auf Hans-Peter Endress (75), der das Gremium alters­halber verlassen hat. Sandra Genge (Jahrgang 1977), Mutter dreier Kinder, arbeitet als selbstständige ­Kommunikationsberaterin. Sie vertritt die jüngere Generation der Gesellschafterfamilie bereits seit 2006 im Familienrat.

Hans-Peter Endress, Sandra Genge

„Das Unternehmen beweist, dass auch bewährte Messtechnologien immer wieder weiterentwickelt werden können. Das bringt Endress+Hauser in die Top 10 unseres Rankings.“

Das Schweizer Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ über den ­siebten Platz von Endress+Hauser in der Rangliste „Top innovative Unternehmen der Schweiz 2022“

Ärztin bereitet Patient für Impfung vor

Rettender Piks

Eine Impfung gegen das Coronavirus mindert die Gefahr einer Ansteckung und schützt wirksam vor schweren Krankheitsverläufen. An zahlreichen Standorten hat Endress+Hauser deshalb ermöglicht, dass sich Mitarbeitende, aber auch Angehörige sowie Beschäftigte benachbarter Firmen impfen lassen können. Besondere ­Bedeutung hatte eine Initiative am Produktionsstandort im westindischen Aurangabad: Unterstützt vom Industrieverband CII und dem Mischkonzern Bajaj richtete Endress+Hauser auf dem Firmencampus ein Impfzentrum ein. Beschäftigte von kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen in der Region, aber auch Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Dörfer kamen in Scharen, um sich kostenlos impfen zu lassen. Bis heute wurden mehr als 50.000 Dosen verabreicht.

Zeichen der Wende

Die Energiewende nimmt auch bei Endress+Hauser immer deutlicher Gestalt an – und treibt bisweilen bemerkenswerte Blüten.

Bus

Klimafreundlich zur Arbeit

Im indischen Aurangabad fertigen rund 250 Menschen Messtechnik für Endress+Hauser. Busse bringen die Mitarbeitenden morgens aus dem Umland in den Betrieb und abends wieder nach Hause. Neuerdings sind dort zwei Elektrobusse des Herstellers Tata Motors im Einsatz. Die neun Meter langen Fahrzeuge bieten 34 Passagieren Platz. Weil die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Werks grünen Strom erzeugt, sind die Elektrobusse nicht nur emissionsfrei, sondern auch klimafreundlich unterwegs.

Wärmespeicher

Wärme auf Lager

Die neuen Gebäude des Werks für Durchflussmesstechnik im schweizerischen Reinach mit über 25.000 Quadratmetern Fläche arbeiten klimaneutral. Zum Energiekonzept des Standorts gehört Photovoltaik. Zusätzliche Solarpaneele erhöhen die installierte Leistung auf ein Megawatt Peak. Ein anderer Schlüssel für Energieeffizienz ist ein Wärmespeicher mit 57.000 Litern Fassungsvermögen. Er „sammelt“ Abwärme aus dem Betrieb und gibt sie bei Bedarf für Gebäudeheizung und Warmwasser­bereitung ab.

Solarblume

Nachhaltiges Gewächs

Ein Windbaum – eine Metallkonstruktion mit Mini-Windturbinen – steht schon länger vor dem Werk für Flüssigkeitsanalyse im deutschen Gerlingen. Jetzt sprießt dort auch eine Sonnenblume: Die Photovoltaik-Module der „Smart Flower“ entfalten sich wie die Blätter eine Blüte und folgen tagsüber dem Lauf der Sonne. Mit knapp fünf Metern Durchmesser ist die Solarblume sichtbares Zeichen des nachhaltigen Energiekonzepts am Standort – und produziert nebenbei in der Spitze bis zu 4,5 Kilowatt Strom.

Mann steigt Berg hinauf

Bewegende Idee

Haben Sie schon Ihre guten Vorsätze für 2022 umgesetzt? Dutzende Mitarbeitende von Endress+Hauser gehen mit gutem Beispiel voran. Die Sache ins Rollen gebracht hat CEO Matthias Altendorf: Er will damit die Endress+Hauser Water Challenge unterstützen. Bei dieser Initiative sammeln weltweit Mitarbeitende mit Spendenläufen Geld, um Menschen den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen; die Firmengruppe verdoppelt jeweils den Betrag. Weil Corona gemeinschaftliche Unternehmungen erschwert, kann jede und jeder nun auch allein aktiv werden – Haupt­sache, es gibt ein Ziel, das mit körperlicher Aktivität verbunden ist. Der Firmenchef selbst hat sich vorgenommen, zehn Ster Holz aus dem eigenen Wald zu spalten. Weltweit wollen 120 Mitarbeitende als Jogger, auf Skiern oder schwimmend losziehen und so die gute Sache voranbringen. Der Erlös der Aktion fließt in neue Projekte auf den Philippinen und in Indien.

Innovative Keimzelle

Verschmutztes Wasser, veränderte Lebensmittel, verunreinigte Milch: Schnelle molekulare Analysen sollen künftig ermöglichen, kleinste Kontaminationen vor Ort sicher zu erkennen. Endress+Hauser und die deutsche Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung haben dazu das Joint-Venture ­Endress+Hauser BioSense gegründet, das entsprechende Verfahren und Geräte für den Einsatz in Prozess und Labor entwickeln soll. Das Start-up ist wie andere innovative Endress+Hauser Einheiten, die an neuen Sensortechnologien, Biosensoren und Lösungen für die Industrie 4.0 arbeiten, im Umfeld der Universität Freiburg angesiedelt.

2 Auszubildende

Ausbildungsoffensive

Gut ausgebildete Fachkräfte sind ein Schlüssel für den Erfolg von Endress+Hauser. Zugleich ist das Engagement in der Ausbildung junger Menschen auch Ausdruck der sozialen Verantwortung. Auf lange Sicht will ­Endress+Hauser deshalb die Ausbildungsquote mehr als verdoppeln. Fünf Prozent aller Stellen weltweit sollen für Praktikanten, Lehrlinge, Trainees und Studenten reserviert sein.

Durchflussmessgerät

3.000.000

magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte hat Endress+Hauser seit 1977 verkauft. Mit dieser Technologie lassen sich elektrisch leitfähige Medien messen, wie zum Beispiel Wasser, Milch und Getränke, aber auch Schlämme, Säuren oder Laugen – in Rohrleitungen mit Durchmessern von winzigen zwei Millimetern bis zu riesigen drei Metern.